von Antoine de St. Exupery
Ödön von Horváth wurde am 9. Dezember 1901 in Fiume, heute Rijeka, Kroatien,
geboren als Sohn eines ungarstämmigen k.u.k. Diplomaten und einer deutsch-ungarischen
Mutter. Die Familie zog häufig um, nach Belgrad, München, Budapest, Pressburg,
Wien ... Horváth wurde Kosmopolit und wirkte lange in München und Berlin. Er war
einer der erfolgreichsten Dramatiker der Weimarer Zeit. 1933 zog er sich nach
Ungarn und Österreich zurück, nahm aber keinen festen Wohnsitz. Seit dem "Anschluss"
ans Dritte Reich irrte er auf der Suche nach Arbeit und Kontakten umher. Da es
kaum noch Aufführungen und also auch keine Einnahmen mehr gab, hatte Horváth sich
aufs Bücherschreiben verlegt. Er fühlte sich jetzt als Chronist.
Sein Roman JUGEND OHNE GOTT, im Sommer 1937 geschrieben, wurde bereits im Oktober von Allert de Lange in Amsterdam herausgebracht, einem Verlag, der sich der deutschsprachigen Emigrantenliteratur annahm. Horváth ging weiter auf Reise, wo er Stätten seiner Kindheit und Stationen seines Lebens aufsuchte und schrieb an dem Buch EIN KIND UNSERER ZEIT, 2001 von theater 89 als Monolog mit Ekkehard Schall uraufgeführt. Von Amsterdam kommend, machte er in Paris Halt und wollte von dort zu seinem Bruder in die Schweiz weiterfahren. Am 1. Juni 1938 traf er sich mit Kollegen und Freunden. Sie besprachen Übersetzungs- und Filmpläne u.a. von JUGEND OHNE GOTT. Am Nachmittag sah er sich einen Disney-Film an. Um 19.25 Uhr überquerte er die Champs Elysees. Es gewitterte. Ein Blitz fuhr in einen Baum. Horváth wurde von einem Ast erschlagen. Er war siebenunddreißig Jahre alt. Deutsche Emigranten trugen ihn zu Grabe.
Es spielen Alexander Höchst, Marie-Luise Frost, Henner Orlia,
Matthias
Zahlbaum, Katrin Schwingel, Johannes Achtelik,
Bernhard Geffke / Reinhard Scheunemann, Horst
Westphal, Pit Bukowski / Moritz Meyer, Jonas Hussel,
Angelika Perdelwitz / Katrin Schell
Regie Hans-Joachim Frank
Bühne und Kostüme Anne-Kathrin Hendel
Dramaturgie
Jörg Mihan
Die Premiere war am 13. März 2010 in Berlin