von Ralf Günter Krolkiewicz
Selten stockte einem der Atem im Theater so sehr wie
bei der Uraufführung von Ralf-G. Krolkiewicz' traumatischer Geschichte "Hafthaus"
im theater 89.
Berliner
Morgenpost, 10.04.2010, Ulrike
Borowczyk
Der ehemalige Schauspieler und spätere Intendant
des Hans Otto Theaters, Ralf-G. Krolkiewicz, (1955-2010) wurde im Jahr 1984 wegen
einiger kritisch-satirischer Gedichte von der Stasi verhaftet und zu 18 Monaten
Zuchthaus verurteilt. Nach einem Jahr wurde er in den Westen abgeschoben. Die
Vernehmungen fanden in Potsdam in der Lindenstraße statt. In der jetzigen Gedenkstätte
gibt es nun ein Gastspiel des Berliner theaters 89, das seinen Gefängnisbericht
HAFTHAUS auf die Bühne gebracht hat. Ein authentischer Text an authentischem Ort.
Das Buch entstand zwanzig Jahre nach dem Strafvollzug, im Jahr 2004. Es
erzählt, wie ein junger Schauspieler im Sommer '84 verhaftet, verhört und verurteilt
wird. Seine Aufzeichnungen und Erinnerungen, ergänzt durch Briefe, mit denen er
und seine Freundin ihre Liebe zu retten versuchen, ergeben ein berührendes Dokument
vom Übergriff des Politischen ins Private aus der Endphase der DDR ...
Es spielen Matthias Zahlbaum, Katrin Schwingel, Johannes Achtelik,
Bernhard Geffke, Horst Westphal
Regie Hans-Joachim
Frank
Bühne und Kostüme Anne-Kathrin Hendel
Dramaturgie
Jörg Mihan
Die Premiere war am 27. März 2010 in Berlin