Ein Hardcoreschwank in Lausitzer Mundart von Oliver Bukowski

LONDN-L.Ä.-LÜBBENAU gehört seit 1994 zum Repertoire von theater 89. Bis 2009 war die Rolle der Frau mit Simone Frost besetzt. Oliver Bukowski wurde für sein Stück mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis des Vereins Freie Volksbühne ausgezeichnet, und theater 89 erspielte auf den 19. Mülheimer Theatertagen ”Stücke '94” die Publikumsstimme. Es ist Bukowskis meist inszenierter Text geworden. Was er seinerzeit beobachtete und notierte, vollzieht sich unaufhaltsam weiter: Viele Menschen scheitern bei dem Versuch, im gesellschaftlichen Umbruch ihren Schnitt zu machen.

Das Ehepaar Gretschke eröffnet in der Garage einen Getränkeshop, der nicht geht. Stets handelt es sich bei Bukowski, der wie kein anderer Autor die Auswirkungen der gesellschaftlichen Wende auf Leben und Verhalten der sogenannten kleinen Leute begleitet und aus einer Sicht von unten beschreibt, nicht nur um soziale Analysen, sondern vor allem um Liebesgeschichten. Was als Komödie beginnt, schlägt um in die Tragödie.

„Die Vorgänge sind wirklichkeitsnah und die Figuren psychologisch genau gefasst. Das trifft auch auf die unspektakulär-eindringliche Inszenierung von Hans-Joachim Frank und das präzise Spiel der Darsteller zu. Verhalten und Befindlichkeit der Figuren werden gleichsam zitiert, dabei kräftig kritisiert, doch niemals denunziert und verurteilt”, schrieb die Berliner Zeitung. „Regisseur und Darsteller nutzen das komische Potential dieser Vorgänge ausgiebig und sehr wirkungsvoll”, bestätigte SFB 3. Und Theater heute befand: „Das kleine theater 89 entdeckt eine Eigenschaft, die im gegenwärtigen deutsch-deutschen Vereinigungstaumel zunehmend verlorengeht: Selbstironie.”

Es spielen  Katrin Schwingel und Johannes Achtelik

Regie  Hans-Joachim Frank
Bühne und Kostüme  Anne-Kathrin Hendel
Dramaturgie  Jörg Mihan

Die Premiere war am 9. Oktober 1997 in Berlin