Liebe Freunde von theater 89,
willkommen 2012!
Wegen Bauarbeiten in der Schule an der Torstraße muss theater 89 vorübergehend ins "Exil". Bleiben Sie neugierig und halten Sie uns die Treue und bringen Sie viele Verwandte, Freunde und Bekannte mit.
theater 89 wird sich wiederholt mit Zeit/Zeugnissen auseinandersetzen. Die Projekte im einzelnen lauten: DAS ENDE DER SED, ANSICHTEN EINES CLOWNS und DIE TRAURIGE GESCHICHTE VON FRIEDRICH DEM GROSSEN. Autoren sind die Historiker und Herausgeber Hans-Hermann Hertle und Gerd-Rüdiger Stephan sowie die deutschen Romanciers Heinrich Böll und Heinrich Mann. Der Bogen spannt sich über dreihundert Jahre deutsche Geschichte, Erziehung, Verstrickung, Entwirrung.
Diese Premieren werden ergänzt vom Repertoire, das weiterhin aus GEHEN-BLEIBEN, EFFIS NACHT und HAFTHAUS bestehen wird.
Hinzukommen ein neues TUSCH-Projekt - diesmal mit der Staatlichen Ballettschule Berlin und Schule für Artistik: PLANETEN-HOPPING. Eine Reise durch den Weltraum nach Saint-Exupéry sowie eine deutsche Uraufführung in der Reihe modern drama: BITTER von Colin Pink.
Der THEATERSOMMER ALTES LAGER 2012 wird die Brandenburg-Premieren beinhalten sowie eine Wiederaufführung des Open-Air-Spektakels DER KLEINE PRINZ auf dem Flugplatz Fläming Air in Zellendorf.
Zwei
prominente Spielorte können wir schon verraten: DAS ENDE DER SED spielt sich noch
einmal am Originalschauplatz ab, im heutigen Europasaal des Auswärtigen Amtes,
dem ehemaligen Gebäude des ehemaligen Zentralkomitees der ehemaligen SED. theater
89 goes KuDamm, heißt es im Anschluss. Freundlicherweise öffnen Theater und Komödie
am Kurfürstendamm ihre Probebühne für die Kollegen aus der Torstraße ...
Lassen
Sie sich überraschen!
Ihr theater 89

Im
Auswärtigen Amt, Berlin - Europasaal
Mit
Unterstützung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Uraufführung
DAS
ENDE DER SED - Die letzten Tage des Zentralkomitees der SED
Musik Jörg Huke
Spielfassung von theater 89
Unter dem Druck anhaltender Massenproteste und einer massiven Ausreisewelle entmachteten Politbüro und Zentralkomitee der SED am 17. und 18. Oktober 1989 Generalsekretär Erich Honecker. Doch statt der erhofften Stabilisierung der Macht unter Thronfolger Egon Krenz begann der rapide Zerfall der Partei. Tonmitschnitte der letzten Sitzungen des SED-Zentralkomitees, die zu DDR-Zeiten strengster Geheimhaltung unterlagen und niemals veröffentlicht werden sollten, offenbaren die damaligen Vorgänge im innersten Machtzirkel der SED. Wie ein Flugschreiber dokumentieren sie die letzten verzweifelten Rettungsversuche, erbitterten Wortgefechte und tumultartigen Szenen vor dem Absturz der SED-Herrschaft im Herbst 1989. Was unmittelbar politisch und weithin geschichtlich folgenreich war, lässt sich heute in der zeitlichen Distanz als Gleichnis über Realitätsferne und -blindheit von Machteliten in abgehobenen, totalitären Strukturen lesen. Die Theater-Uraufführung findet am Schauplatz der historischen "Uraufführung", dem ehemaligen Sitzungssaal des SED-Zentralkomitees - heute Europasaal - im Auswärtigen Amt statt.
Es spielen Angelika Perdelwitz, Katrin Schell, Katrin Schwingel, Johannes Achtelik, Bernhard Geffke, Alexander Höchst, Reinhard Scheunemann, Matthias Zahlbaum, Mirko Zschocke
Singakademie
Frankfurt (Oder)
Leitung Rudolf Tiersch
Regie Hans-Joachim Frank
Bühne und Kostüme Klaus Noack
Dramaturgie Jörg
Mihan
Idee und Wissenschaftliche Beratung Dr. Hans
Hermann Hertle
Uraufführung 11. März
2012, 11 Uhr, (Einlass ab 9.30 Uhr) im Europasaal des Auswärtigen Amtes, Werderscher
Markt 1, 10117 Berlin-Mitte.
Zugang über den Konferenzeingang in der
Unterwasserstraße 10!
Für diese Vorstellung ist eine vorherige namentliche Anmeldung aller Besucher notwendig, z.B. unter: karten@theater89.de
Vorstellungen
in Berlin
Am 31. März 2012 um 19 Uhr
in der AKADEMIE DER KÜNSTE, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Am
14. April 2012 um 19 Uhr im Kleistsaal im URANIA-HAUS, An der Urania 17, 10787
Berlin
Am
02. Juni 2012 um 19 Uhr in der ZIONSKIRCHE, Zionskirchstraße 32, 10119 Berlin
Brandenburg-Premiere
zum Theatersommer Altes Lager im August 2012

Im
ZwischenRaum - Probebühne von Theater und Kommödie am Kurfürstendamm
206/209, 10719 Berlin-Charlottenburg
Uraufführung
Heinrich Böll
ANSICHTEN EINES CLOWNS
Spielfassung von theater 89
Musik Bernd
Weißig
Nobelpreisträger Heinrich Böll (1917-1985) veröffentlichte seinen Roman ANSICHTEN EINES CLOWNS im Jahr 1963. Er zeigt einen außergewöhnlichen Menschen in einer prekären Lebenssituation. Hans Schnier entschied sich in Abwendung von den Traditionen seiner vom Wirtschaftswunder geprägten Familie ganz bewusst gegen eine Karriere als Politiker oder Unternehmer und wurde Clown. Sehr früh begann dieser mit hohen moralischen, jedoch vom Glauben völlig unabhängigen Werten ausgestattete junge Mann eine Beziehung zu einem streng katholischen Mädchen, namens Marie Derkum. Sechs Jahre führten beide eine ausgefüllte Beziehung. Als sie heiraten wollten, begann eine Diskussion über die Art der Trauung und die Erziehung ihrer Kinder. Die Frau verschwand. Er fand einen Zettel: "Ich muss den Weg gehen, den ich gehen muss." Von diesem Tag an ging es mit dem Clown bergab. Dieser Text stellt sich in den heutigen Wertediskurs auf berührende Weise und macht erlebbar, wie Tradition und Konvention nicht nur Halt stiften, sondern auch Gewalt ausüben.
Es spielen Marie-Luise
Frost, Katrin Schwingel, Johannes Achtelik, Pit Bukowski
/
Christian Natter, Bernhard Geffke, Leonhard Geffke, Luke Kossack, Matthias
Zahlbaum
Regie Hans-Joachim Frank
Bühne und Kostüme Klaus Noack
Dramaturgie Jörg
Mihan
Öffentliche
Generalprobe am 22. März um 20 Uhr im ZwischenRaum
Premiere am 23. März
2012 um 20 Uhr im ZwischenRaum
Vorstellungen am 24. März 2012 sowie
am 7. / 21. / 28. April 2012 und am 6. / 19. / 26. Mai 2012 jeweils um 20 Uhr
im ZwischenRaum
Rolf
Hochhuth
EFFIS NACHT
Monolog
Musik
Jörg Huke
Elisabeth Freifrau von Ardenne, geborene
Edle Freiin von Plotho, neunzig Jahre alt, wacht 1943 in Lindau am Bodensee, in
der Nacht, als die Stadt Friedrichshafen bombardiert wird, am Bett eines verwundeten
Soldaten. Ihr ”Fall” diente einst Theodor Fontane zum Anlass für seinen Roman
EFFI BRIEST. Im Unterschied zur Romanfigur, die am Ende stirbt, lernte Else Ardenne,
die wie Effi als Ehebrecherin nach dem Duell zwischen Mann und Liebhaber geschieden
und von ihrer Kaste verstoßen wurde, allmählich selbstständig zu leben und wurde
Krankenschwester ...
Ihr Monolog resümiert ein Menschenalter, das zugleich
ein Zeitalter bedeutet.
Es spielt Christine
Gloger
Regie Hans-Jochim Frank
Bühne und Kostüme
Anne-Kathrin Hendel
Dramaturgie Jörg Mihan
Vorstellungen
am 30. März 2012 sowie am 06. und 27. April 2012
jeweils um 20 Uhr im
ZwischenRaum
Uraufführung
Ralf-Günter
Krolkiewicz
HAFTHAUS
Musik
Jörg Huke
Der ehemalige Schauspieler und spätere Intendant
des Hans Otto Theaters, Ralf-G. Krolkiewicz, (1955-2010) wurde im Jahr 1984 wegen
einiger kritisch-satirischer Gedichte von der Stasi verhaftet und zu 18 Monaten
Zuchthaus verurteilt. Nach einem Jahr wurde er in den Westen abgeschoben. Die
Vernehmungen fanden in Potsdam in der Lindenstraße statt. In der jetzigen Gedenkstätte
gibt es nun ein Gastspiel des Berliner theaters 89, das seinen Gefängnisbericht
HAFTHAUS auf die Bühne gebracht hat. Ein authentischer Text an authentischem Ort.
Das Buch entstand zwanzig Jahre nach dem Strafvollzug, im Jahr 2004. Es erzählt,
wie ein junger Schauspieler im Sommer '84 verhaftet, verhört und verurteilt wird.
Seine Aufzeichnungen und Erinnerungen, ergänzt durch Briefe, mit denen er und
seine Freundin ihre Liebe zu retten versuchen, ergeben ein berührendes Dokument
vom Übergriff des Politischen ins Private aus der Endphase der DDR ...
Es spielen Johannes Achtelik, Bernhard Geffke, Katrin Schwingel, Horst Westphal, Matthias Zahlbaum
Regie Hans-Jochim
Frank
Bühne und Kostüme Anne-Kathrin Hendel
Dramaturgie
Jörg Mihan
Vorstellungen am 13. April sowie am 5. / 18. Mai 2012 jeweils um 20 Uhr im ZwischenRaum
Victor
Klemperer
GEHEN-BLEIBEN
Bühnenfassung
der Tagebücher - Katrin Kazubko
Der sächsische Romanist verblieb in seiner Heimatstadt Dresden und führte akribisch Tagebuch. Darin berichtet er über das Leben eines ausgegrenzten jüdischen Wissenschaftlers und die seelischen und sozialen Verwerfungen in Alltag und Gesellschaft des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit.
Es spielt Bernhard
Geffke
Posaune Jörg Huke
Regie
Hans-Joachim Frank
Dramaturgie Jörg Mihan
Vorstellungen
am 20. April 2012 sowie am 11. und 25. Mai 2012
jeweils um 20 Uhr im ZwischenRaum
theater 89 - modern drama
Uraufführung
Colin Pink
BITTER
Deutsche
Fassung von Gabriele Förster
Der kriminelle Frank, sein Kumpan Tom und Franks Freundin Vivien haben einen Lastwagen mit geheimer Ladung zu einem abgelegenen Bauernhaus gefahren und warten in diesem Versteck auf den Abnehmer der heißen Ware. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Kisten mit Waffen und Sprengstoff. Der Käufer taucht nicht auf, die Anspannung legt Nerven bloß und geheim gehaltene Motive kommen ans Tageslicht. Die Feindseligkeit zwischen Tom und Vivien bringt beide dazu, den sadistischen Frank auf den jeweils anderen aufzuhetzen. Wer betrügt wen? Die Situation wird zunehmend explosiver und gefährlicher.
Regie Gabriele Förster
Uraufführung
8. Juni 2012, 20 Uhr
Vorstellungen
am 9. / 15. / 16. / 22. / 23. / 29. / 30. Juni 2012 jeweils um 20 Uhr
Brandenburg-Premiere
zum Theatersommer Altes Lager im August 2012
Heinrich
Mann/Alexander Lang
DIE TRAURIGE GESCHICHTE
VON FRIEDRICH DEM GROSSEN
Spielfassung von theater
89
Heinrich Mann (1871-1950) hinterließ im Jahre 1948 ein Fragment zu einem aufklärerisch-historischen Dialogroman DIE TRAURIGE GESCHICHTE VON FRIEDRICH DEM GROSSEN. Es war sein letztes großes Werk. Heinrich Mann will die fatale Entwicklung eines ‚gequälten Jünglings' zeigen, die Geschichte einer hochneurotischen Vater-Sohn-Beziehung, brutale Familienverhältnisse, Ehekonflikte, Gewalttätigkeit, Zynismus und Gefühlskälte, kurz: die ‚autoritäre Charakter'-Struktur in ihrer Genese in der königlich-preußischen, zugleich ‚bürgerlich' gezeigten Familienzelle." (Jürgen Haupt) Heinrich Mann "besichtigte ein Zeitalter" auch hier und schlug die Brücke zu seinen Romanen, die von deutscher Erziehung handelten, die in die weltgefährdende Mischung von Hybris und Untertanengeist führt. Der dreihundertste Geburtstag Friedrichs des Zweiten ist guter Anlass, nach Zeitzeugnissen und Zeitzeugen zu suchen, die Geschichte erklären. Heinrich Mann, ein Freund der Aufklärung und des Französischen, ein Kriegsgegner und Gewaltverächter, hat sich eine welthistorische Persönlichkeit ausgesucht, in der die hohe Widersprüchlichkeit preußisch-deutscher Tugenden gefangen ist. Ein Familiendrama.
Regie
Hans-Joachim Frank
Dramaturgie Jörg Mihan
Premiere im Juni 2012

theater
89 beteiligt sich bereits seit 5 Jahren am Kooperations-Netzwerk für Kulturelle
Bildung im Bereich Theater.
In
diesem Jahr steht eine Reise durch den Weltraum nach Saint-Exupery auf dem Programm:
PLANETEN-HOPPING, welche mit der Staatlichen Ballettschule Berlin und Schule für
Artistik als Partnerschule inszeniert wird.