Theater89 geht LOS-1


URAD MIT DEM BLICK AUF AURITH
Quelle

theater 89 geht LOS – 1

AURITH-URAD

FlussTheaterSpektakel: Leute diesseits und jenseits der Oder

Früher gab es eine Fähre zwischen den Dorfhälften von Aurith. Seit 1945 fließt eine Grenze. Die Deutschen, die einst beidseits der Oder lebten, flüchteten Ende des Krieges. Die seitdem da wohnen hatte es dorthin verschlagen: deutsche Umsiedler nach Aurith, polnische Vertriebene nach Urad, wie das Dorf am rechten Ufer jetzt hieß. Sie kannten sich nicht und kamen kaum in Kontakt …

Ein Kunstprojekt hat im Jahr 2003 ihre Biographien in beiden Dörfern auf Wandzeitungen an den ehemaligen Fährbuhnen ausgestellt und schließlich gemeinsam ein Fest gefeiert, wozu wiederum eine Fähre die Leute zueinander brachte. Daraus entstand ein zweisprachiges Buch:

Aurith – Urad: Zwei Dörfer an der Oder/Dwie wioski nad Odra (Potsdamer Bibliothek östliches Europa – Kunst, 2009) (Deutsch-Polnisch) von Tina Veihelmann (Autor), Beata Halicka (Vorwort), Uwe Rada (Vorwort), anschlaege.de (Designer). „Ausgezeichnet als eines der schönsten Bücher 2007 von der Jury der Stiftung Buchkunst! – Tina Veihelmann lässt die Menschen zu Wort kommen. Sie schildert ihre Verhältnisse nüchtern, aber immer getragen von grundsätzlicher Sympathie, und spiegelt die beiden Texthälften kunstvoll ineinander. Dieses Buch ist (…) eine Kostbarkeit.“ (Berliner Zeitung)

Aurith links der Oder. Urad gegenüber rechts. Keine hundert Meter entfernt. Man sieht die Dächer, die Hunde bellen gemeinsam. Der Fluss Staatsgrenze zwischen Deutschland und Polen. Heute versucht man, auf beiden Ufern zurechtzukommen – ob mit Saisonarbeit, Schmuggel oder Ich-AG. Das Buch ist eine Nahaufnahme der beiden Grenzdörfer. Es erzählt vom Alltag zweier Welten, die sich ebenso fremd wie ähnlich sind.

Im ersten Teil des zweijährigen FlussTheaterSpektakels von theater 89 wirken deutsche und polnische Schauspieler und Anwohner, die Band THE RATHMINES aus Berlin und der Chór Kameralny ADORAMUS aus Slubice mit. Sie senden Texte aus dem Aurith-Urad-Buch und gespielte Szenen mit viel Musik erneut als Lebenszeichen über die Oder …

Ein Tag im September 2020 open air über die Jahre 1945-1989 am einstigen Fähranleger Aurith-Urad auf Deutsch und Polnisch.
Ein Tag im Oktober 2020 open air über die Oderschifffahrt, das Hochwasser und die Leute hier in Ratzdorf an der Neißemündung samt Theodor Fontanes Oderland-Beschreibungen und anschließendem Tanz in der „Kajüte“ …
Ein Abend im Dezember 2020 indoor auf der Burg Beeskow …
Fortsetzung im Frühjahr 2021 über die Zeit von 1989 bis heute …
Das Projekt ist je nach Anlass und Gegebenheiten variabel einsetzbar.

Es sprechen  Reinhard Scheunemann und Marie-Luise Frost aus Deutschland und eine Sprecherin und ein Sprecher aus Polen.
Es spielen  Jakob Frank, Elia Klag, Olaf Rabizo und Anwohner aus Aurith, Urad, Ratzdorf und Umgebung.
Es musizieren  Kristin Schulze, Martin Schneider (Gesang), Jakub Rabizo (Geige), Bernd Spanier (Piano), THE RATHMINES und der Chór Kameralny ADORAMUS.

Idee und Regie  Hans-Joachim Frank
Ausstattung  Barbara Noack
Dramaturgie  Jörg Mihan

Mit freundlicher Genehmigung von Tina Veihelmann

Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und vom Landkreis Oder-Spree (LOS).




Informationen, Reservierungen und Karten erhalten Sie unter wilde@theater89.de  oder 038952/498 151