WIND, SAND UND STERNE – DIE WÜSTE

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Wintertournee 2026

Antoine de Saint-Exupéry
WIND, SAND UND STERNE – DIE WÜSTE

Der Sklave Bark wird freigekauft und zugleich freigelassen. „Ich bin nicht Bark. Ich bin Mohammed ben Lhaussin”, sagt er und beginnt ein neues Leben.

“Er war frei und hatte mithin alles, was ein Mensch braucht, das Recht auf Liebe; das Recht hinzugehen, wohin er wollte, und sein Brot mit seiner Arbeit zu verdienen. Das Geld brauchte er dafür nicht. Aber er fühlte mit derselben Stärke, mit der der Hunger über uns kommt, eine Sehnsucht, Mensch unter Menschen zu sein.”

Antoine Jean-Baptiste Marie Vicomte de Saint-Exupéry
geboren am 29. Juni 1900 in Lyon, wuchs in begüterten Verhältnissen bei seinen Eltern auf. Seine Kindheit verbrachte er auf dem Familiensitz in Südfrankreich. Im Alter von vier Jahren verlor er seinen Vater. Darauf wurde er allein von der Mutter erzogen. Ab 1909 besuchte er eine Jesuitenschule. 1914 wechselte er bis zu seinem Abitur im Jahr 1917 in ein Internat bei Villefranche. Im Anschluss studierte er Architektur an der Ecole des Beaux Arts in Paris. Seinen Militärdienst leistete er ab 1921 bei der französischen Luftwaffe in Straßburg.
Hier wurde de Saint-Exupéry zum Piloten ausgebildet und erhielt nach seinem Austritt aus der Armee 1925 eine Anstellung bei zivilen Fluggesellschaften, ab 1926 bei der Air France. 1927 reiste de Saint-Exupéry nach Toulouse, wo er Pilot für Frachtgüter mit Ziel Dakar und Casablanca wurde. Zu dieser Zeit erschien unter dem Titel SÜDKURIER (1928) seine erste Publikation. 1929 zog de Saint-Exupéry nach Buenos Aires, wo er Direktor einer Fluggesellschaft wurde. Bereits 1931 kehrte er jedoch wieder nach Frankreich zurück und heiratete in Paris Agay Suncin. Weiter erschien im selben Jahr unter dem Titel NACHTFLUG sein zweites Buch. Beruflich flog de Saint-Exupéry wieder für die Air France Langstreckenflüge von Paris nach Asien. Bei einem Absturz seiner Maschine auf dieser Route überlebte er 1935 dank einer glücklichen Notlandung in der Wüste. Dieses Erlebnis verarbeitete er in WIND, SAND UND STERNE. 1938 wurde de Saint-Exupéry nach New York bestellt und für den Frachtflugdienst nach Feuerland eingesetzt. Nach einem schweren Unfall in Guatemala kehrte er 1939 wieder zu seiner Familie nach Paris zurück, wo er sein Buch WIND, SAND UND STERNE beendete und veröffentlichte. Im selben Jahr wurde de Saint-Exupéry für dieses Werk mit dem Romanpreis der Académie Francaise bedacht. Antoine de Saint-Exupéry formulierte in seinen Arbeiten Lebenserfahrungen, die er als Pilot sammelte und literarisch in Märchen und Romane kleidete.
Im Zweiten Weltkrieg wurde er ab 1940 in einer Fernaufklärungseinheit in Algier stationiert.Noch im selben Jahr gelang ihm, über Marokko und Portugal, die Emigration in die USA. Hier ließ er sich in New York nieder. 1942 veröffentlichte er dort das Buch FLUG NACH ARRAS. 1943 wurde er im Auftrag der Air Force zunächst in Algerien und später auf Sardinien stationiert. Es entstanden in diesem Jahr die Werke STADT IN DER WÜSTE, BRIEF AN EINEN AUSGELIEFERTEN und DER KLEINE PRINZ, der ihn als Literaten weltberühmt machen sollte. Saint-Exupéry startete zu seinem letzten Aufklärungsflug von Borgo auf Korsika in Richtung Südküste Frankreichs und Vercors. Von dort kam er nicht zurück. Man vermutet, dass er abgeschossen wurde und östlich von Marseille ins Meer stürzte. Antoine de Saint-Exupéry starb vermutlich am 31. Juli 1944, im Alter von 44 Jahren.

WIND, SAND UND STERNE
In dem Buch setzt sich Saint-Exupéry mit seinen eigenen Erlebnissen als Postpilot auseinander (Zeitraum 1926 bis 1935). Insbesondere geht der Autor anhand erlebter Grenzsituationen der philosophischen Frage nach der Bestimmung des Menschen nach. Kernstück des Buches sind die Kapitel, die seine nordafrikanischen Wüstenüberflüge beschreiben, bis hin zu jenem Flug 1935, bei dem er ein Preisgeld für die schnellste Bewältigung der Strecke von Paris nach Saigon gewinnen wollte, und zwei Tage nach seinem Start mangels Orientierung seinen geplanten Zwischenstop Kairo nicht ansteuern konnte. Er landete morgens um 2:45 Uhr etwa 200 km westlich von Kairo in der Sahara, blieb unverletzt und machte sich zu Fuß auf die Suche nach einer Siedlung. Kurz bevor er verdurstete stieß er auf Beduinen, die ihn retteten (Diese Erlebnisse führten später zu dem Buch Der kleine Prinz). Mitte Februar 1938 machte Saint-Exupéry den Versuch eines Rekordfluges New York– Feuerland (Südargentinien), stürzte aber in Guatemala beim Start nach einer Zwischenlandung ab und wurde schwer verletzt. Während seiner Genesung stellte er in New York Terre des hommes zusammen. Das Buch traf bei seinem Erscheinen Anfang 1939 den Nerv der Zeit und hatte großen Erfolg. Es erhielt den Grand Prix du Roman de l’Académie française; auch die amerikanische Übersetzung unter dem Titel Wind, Sand and Stars verkaufte sich vorzüglich und wurde preisgekrönt.

theater 89 widmet sich wiederholt diesem Autor: 2011-2013 gab es im Fläming große, erfolgreiche open-air-Aufführungen, in deren Zentrum der Roman und die Erzählung vom Kleinen Prinzen standen.

Fassung  Hans-Joachim Frank
Mit Schauspielerinnen und Schauspielern von theater 89