Archiv des Autors: Ronald Richter

21. August 2026, Templin

DER EINGEBILDETE KRANKE in Templin am 21. August 2026

Fotos von Beate Nelken

 

Für Gabriele


Bertolt Brecht DIE MUTTER (1998), Gabriele Heinz und André Zimmermann.
Foto: Beate Nelken


1991 spielte Gabriele Heinz in der Kleinen Bühne Das Ei in meiner Inszenierung DER NACKTE WAHNSINN von Michael Frayn. Ich mußte während der Produktion kurzfristig umbesetzen und war Ihr dankbar, dass Sie einsprang.
Gemeinsam mit Katja Paryla, Johanna Schall, Peter Hladik und dem damaligen Ensemble der Kleinen Bühne gelang, im Bühnenbild von Pieter Hein, ein Publikumserfolg. Intendant Karl-Heinz Müller ermöglichte mir im Anschluss die Uraufführung von Jürgen Holtz’ KÖNIG UBU Adaption nach Alfred Jarry. Eine Glosse auf Diktatur und Willkür. Hier spielte Gabriele Heinz Mutter Ubu.
Mit der Gründung von theater 89 zeigte sich eine Alternative zum Staats- und Stadttheater. Erstmals bekam Sie die Möglichkeit zu inszenieren und brillierte in mehreren Rollen. Für Ihre Inszenierung WLADIMIR MAJAKOWSKI TRAGÖDIE von Wladimir Majakowski/Heiner Müller erhielt theater 89 den Preis des Festivals Impulse’97 in Nordrhein-Westfalen. Mit KONDENSMILCHPANORAMA von Georg Seidel und DER REGENWETTERMANN von Alfred Matusche errangen wir 1992 in Dresden und 1996 in Bremen jeweils den Hauptpreis des Festivals Politik im Freien Theater. Weiterhin wurden wir für LITAUISCHE CLAVIERE, SZENEN AM MEMELDURCHBRUCH BEI RAGNIT nach Johannes Bobrowski von Paul Gratzik für die Berliner Festwochen “Deutschlandbilder” 1997 nominiert. Es folgte der Dramatiker Preis der 24. Mühlheimer Theatertage “stücke’24” für die Inszenierung GÄSTE von Oliver Bukowski. Gabriele Heinz hat in dieser Zeit, neben Eberhard Kirchberg, Simone Frost, Achim Wolff, Heike Jonca, Bernhard Geffke, Marie Gruber, Johannes Achtelik, Matthias Zahlbaum, Thomas Pötzsch, Katrin Schell, André Zimmermann, Eckhard Becker, u.v.a., auf sich aufmerksam gemacht.
theater 89 sagt Danke.

08.07.2026 Hans-Joachim Frank


Gabriele Heinz war Schauspielerin und Regisseurin am theater 89. In Bertolt Brechts DIE MUTTER (1998) spielte sie die Titelrolle. Außerdem spielte sie u.a. in:

Georg Büchner  WOYZECK (1990)
Georg Seidel  KONDENSMILCHPANORAMA (1992)
Jakob Michael Reinhold Lenz/Christoph Hein  DER NEUE MENOZA ODER GESCHICHTE DES KUMBANISCHEN PRINZEN TANDI (1994)
Alfred Matusche  DER REGENWETTERMANN (1995)
Johannes Bobrowski/Paul Gratzik  LITAUISCHE CLAVIERE. SZENEN AM MEMELDURCHBRUCH BEI RAGNIT (1997) UA
Bertolt Brecht  FURCHT UND ELEND DES DRITTEN REICHES (2000/2001)
Martin McDonagh  DER KRÜPPEL VON INISHMAAN (2003)

Und sie inszenierte:
Samuel Beckett  WARTEN AUF GODOT (1991)
Wladimir Majakowski/Heiner Müller  WLADIMIR MAJAKOWSKI TRAGÖDIE (1997) UA
Marie-Luise Fleißer  DER TIEFSEEFISCH (1999) UA
Dea Loher  ADAM GEIST (2001)
Alexander Galin  CASTING IN KURSK (2005)

Bilder Zwangsvereinigung

Theateraufführung: Zwangsvereinigung “… es bleibt uns ja nischt Walter Ulbricht.“ im Rahmen der Sonderausstellung „Das graue Elend von Potsdam. Sowjetischer Haft- und Tribunalort Lindenstraße 1954-1952“ © Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße, Fotos  Michael Lüder

 

 

Gedenkstunde Jörg

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Am 10. Juni 2026, 15:00 Uhr, laden wir zu einer Gedenkstunde für Jörg Mihan ein.

Sie findet in unserer ehemaligen Spielstätte
Kulturzentrum Das Haus, Altes Lager, Nähe Jüterbog statt.

Herzlich willkommen! Hans-Joachim Frank

Adresse: Kastanienallee 21
                14913 Niedergörsdorf

Rückfragen bitte an theater 89

Telefon: 0171 4989235
               03985 2498151

wilde@theater89.de

Nachruf Jörg Mihan

Jörg Mihan
12. Januar 1949 – 16. Februar 2026

Fotos  Beate Nelken

Wir trauern um Jörg Mihan

Gestern, am Montag den 16. Februar 2026, verstarb Dramaturg und Autor Jörg Mihan.

Am Sonntag schrieb er:

wintertournee – ag -15.02.26

nahmd, hier mein vorschlag. streicht nach belieben. die neue webseite bitte an josua geben.
ich korrigier dann das gedruckte. mit gruß und dank,  jörg

Jörg ist inmitten der Arbeit gegangen. Das Gehen fiel ihm schon schwer und wenn auch die Hand zitterte, er traf die Tasten auf seinem Computer und schleppte sich ins Probenhaus. Die Konzeptionsproben mit ihm waren immer ein Genuß, die Probennotate nicht immer lustig. Sein freundliches Gesicht und seine Zuneigung werden uns fehlen. Die Tasten auf seinem Klavier konnte er nicht mehr drücken, einige Finger spielten nicht mit. Der Deckel blieb zu, aber darauf türmten sich Manuskripte und Noten. Seit 1974 kennen wir uns. Waren 13 Jahre Kollegen am Berliner Ensemble. Engagiert von Ruth Berghaus. Jörg machte Öffentlichkeitsarbeit, wurde Dramaturg und wir feierten mit Carlos Medina schöne Erfolge. Den größten mit “Der kleine Prinz”. Ausverkaufte Vorstellungen. Ein Gastspiel in Paris. Am 1. Mai 1989 nahmen wir die Sache selbst in die Hand. An die hundert Inszenierungen in 36 Jahren theater 89. 10 x Bukowski und und und. Schauen Sie auf  Über uns, Autoren Stücke Inszenierungen  in diesem Netz. Jörg hat das alles akribisch aufgelistet. Hielt den Kontakt zu den Verlagen, insbesondere zu Kiepenheuer und Henschel. Berlin, Altes Lager, Land Brandenburg die Stationen. Nun ist er nicht mehr dabei. Wir trauern.

17. Februar 2026   Hans-Joachim Frank