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DIE HEIDEN VON KUMMEROW Aufführung | MOZ

DANIELA WINDOLFF, 26.06.2017

Heidenspektakel in Kummerow

Biesenbrow (MOZ) Das Paradies, das könne nur in Kummerow, im Bruch hinterm Berge liegen. Hier ist vielleicht nicht die Wiege des Lebens, aber mindestens ein Stück vom Schaukelfuß, lässt Ehm Welk seinen Kantor Kannegießer in den „Heiden von Kummerow“ sinnieren. Mit seinem bekanntesten Roman setzte der Dichter seinem uckermärkischen Geburtsort Biesenbrow und der Landschaft seiner Kindheit ein literarisches Denkmal.

  

Das theater 89 führte die „Heiden von Kummerow“ als Open-Air-Projekt in Biesenbrow auf.

Am 24.06.2017 spielte das theather 89 mit Dorfbewohnern 12 Stunden lang Ehm Welks Roman „Die Heiden von Kummerow“ in der Landschaft. Das 250-Seelen-Dorf wurde zur Bühne. An verschiedenen Originalschauplätzen wurden die ersten acht von insgesamt 24 Kapiteln gelesen. Diese ungewöhnliche Theaterinszenierung wurde anlässlich der 725-Jahrfeier von Biesenbrow, dem literarischen Kummerow als szenische Lesung aufgeführt. 2018 und 2019 sind Fortsetzungen geplant. 

Dieses Paradies im literarischen Kummerow bildete nun 80 Jahre nach Erscheinen des Romans und 50 Jahre nach dessen Verfilmung zum ersten Mal die Kulisse für eine Theaterinszenierung der „Heiden von Kummerow“.

Der ganze Artikel mit vielen Fotos in der Märkischen Online Zeitung hier

DIE HEIDEN VON KUMMEROW in Wort und Bild

Wir möchten uns bei der Gemeinde Biesenbrow für ihre Unterstützung, die Zusammenarbeit und  Hilfe vor Ort bedanken. Was wären unsere HEIDEN VON KUMMEROW ohne dieses Dorf und seine Bewohner!


Hans-Joachim Frank, Regisseur und Künstlerischer Leiter von theater 89, Birgit Ludewig, Ortsvorsteherin in Biesenbrow, Nathalie Hünermund als Hund Flock

Im Podcast berichtet eine Zuschauerin, die gebürtig in Biesenbrow ist, aber mittlerweile in der Magdeburger Gegend wohnt, von ihrer Liebe zu der „Landschaft der Kindheit“ und darüber wie ihre Mutter Ehm Welk noch gekannt hat.


vorn: Christian Schaefer, Bühne: Nathalie Huenermund, Jakob Frank, Angelika Perdelwitz, Foto: Michael Hanke

Der Bürgermeister von Angermünde, Frederik Bewer, während der Aufführung über seine Schirmherrschaft bei den HEIDEN 


Frederik Bewer, Bürgermeister von Angermünde

Der Berliner Zuschauer Michael Hanke im Interview; vor einigen Jahren war er mal Mitglied im Kulturverein „Ehm Welk“.


Oll Mutter Harms, Jörg Huke, Jakob Frank, die Schmidten

Der Dramaturg Jörg Mihan freut sich über die in allen Wettern aufs Spiel konzentrierten Zuschauer!


Marie-Luise Frost, Angelika Perdelwitz, Reinhard Scheunemann, Foto: Michael Hanke

Zwei Ehm Welk-belesene Zuschauer: Silke und Thomas …


Eckhard Kolle als Pastor Breithaupt am Pflug

Für Heribert Koth, Vorsitzender des Freundeskreises „Ehm Welk“ in Bad Doberan, ist die Aufführung ein Riesen-Vergnügen, weil Landschaft und Spiel eins werden. Er selbst kennt Ehm Welk noch aus Kindertagen.


Jakob Frank, Leonhard Geffke, Nathalie Hünermund

Last but not least: Der theater 89-Schauspieler André Zimmermann, ist beglückt: Ob nun Esel in die Szene schreien, es  auch mal schüttet oder er einem Musiker mit seiner Zweithose aushelfen muss – mit allem wird gespielt.


Angelika Perdelwitz, Nathalie Huenermund, Marie-Luise Frost, Vater Grambauer, Kinder

DIE HEIDEN VON KUMMEROW

Nach dem Heiden Fest

  

Ihnen allen, ob groß ob klein, ob jung ob alt, möchten wir unser ganzes Lob für diese Riesenleistung, das Leben und Denken der Heiden von Kummerow zu vermitteln, aussprechen.

Diese unkomplizierte, ungezwungene, einfache und schöne Art des Lebens und des Spielens beeindruckte uns sehr und bereitete uns viel Freude.

Danken möchten wir natürlich auch den Musikern und den Eseln vom Schäferhof.

Lustig und herzerfrischend war es, einfach super.

Ausschnitt aus einer Mail, die wir am Tag nach der Aufführung erhielten. Danke dafür!

Und Danke für die Begeisterung aller Zuschauer, für die Konzentration, das Vergnügen. Bericht folgt!

DIE HEIDEN VON KUMMEROW auf Antenne Brandenburg und im Neuen Deutschland

Gunnar Decker 23.06.2017 / Kultur Neues Deutschland

Exil für Dickköpfe

80 Jahre »Die Heiden von Kummerow« als Spektakel in Biesenbrow


Brandenburg gilt als Theaternotstandsgebiet. In Biesenbrow weist derzeit nichts darauf hin: Das halbe Dorf spielt mit bei Ehm Welks Klassiker. Foto: theater 89

Das wahre Kummerow heißt Biesenbrow! Versteht man das heute noch? Ehm Welk war einmal ein Bestsellerautor, aber was ist er heute, schon vergessen? Nicht ganz, so sagte sich Hans-Joachim Frank, der einst mit seinem legendären »theater 89« Autoren wie Ralf-Günter Krolkiewicz oder Oliver Bukowski zur Uraufführung brachte.
Vor einigen Jahren kehrte er Berlin den Rücken und zog in die Uckermark. Zum einen, weil er fand, fast dreißig Jahre in dunklen Theaterräumen seien genug, zum anderen, weil die Landschaft seiner Kindheit ihn anzog. Außerdem war Berlins Mitte für ein kleines Theater zu einem allzu teuren Immobilien-Pflaster geworden.
Im Alter erwacht die Kindheit neu, das musste – und wollte! – auch Frank erleben und macht nun unter freiem Himmel Theater, eine Mischung aus Spektakel und Event, bevorzugt mit Stoffen, in denen es um Kindheit und jene einfachen Wünsche geht, die wir dann später oft vergessen. Vor einigen Jahren inszenierte er »Der kleine Prinz« für Brandenburg, in dem die Theaterlandkarte bekanntlich viele weiße Flecken hat.
Nun also das Kummerow-Projekt für Biesenbrow. Da trifft es sich gut, dass das Dorf, das ein präzises Gedächtnis für seine Geschichte besitzt und 2003 nur gegen großen Widerstand der Dorfbevölkerung (echte Kummerower eben!) der Stadt Angermünde eingemeindet wurde, sich nun daran erinnert, dass es 725 Jahre alt wird, Angermünde hin oder her.
Gelegenheit dafür, den gesamten Roman zu spielen. Dieses Jahr die ersten acht Kapitel, in den nächsten beiden Jahren die weiteren. Das halbe Dorf spielt mit bei diesem einen Termin – 250 Karten sind verkauft, mehr geht beim besten Willen nicht.
Warum spielt man eine so aufwendige Inszenierung nur ein einziges Mal? Es war teuer, sagt Frank und auch, dass sie, wenn sie Glück haben, mit einer Null in der Bilanz wieder herauskommen. Ob sie die Finanzierung für die nächsten beiden Jahre hinbekommen, und ob dann auch der erste Teil noch einmal gezeigt werden kann, das hängt davon ab, inwieweit sich Land und Kommune daran beteiligen. Brandenburg ist nun mal immer noch ein Theaternotstandsgebiet, und am Willen, daran etwas zu ändern, mangelt es vielen Politikern. Die Nachfrage des Publikums jedenfalls ist da: Teil I der »Heiden von Kummerow« war sofort ausverkauft.
Was könnte man sehen, wäre man dabei? Einen Tag im Leben des Martin Grambauer (alias Ehm Welk), das sind in meiner Ausgabe immerhin die ersten 158 Seiten – der ganze Roman umfasst den Zeitraum eines halben Jahres. Morgens um 10 Uhr geht es in Biesenbrow los und dauert dann zwölf (!) Stunden bis abends um 22 Uhr. Früher gab es in Biesenbrow zwei und unweit in Schönermark eine dritte Bahnstation – heute keine einzige mehr. Biesenbrow liegt buchstäblich hinter allen Bergen, so abgelegen wie seit über hundert Jahren nicht mehr. Das zum Thema des in Biesenbrow schon zu jener Zeit umkämpften Fortschritts, als Ehm (eigentlich Emil) Welk hier Kind war, also im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts.
Schauspieler und Anwohner stellen gemeinsam die verschiedenen im Roman vorkommenden Szenen nach, der Text ist vorher im Studio eingesprochen worden und wird über eine Tonanlage eingespielt. Der Tross der Zuschauer bewegt sich dann von Station zu Station. Zwischendurch ist Zeit zum Essen, Trinken und sogar Schlafen, wie es heißt – das Leben auf dem Dorfe live!
Der Tag beginnt für Martin Grambauer mit einer Unannehmlichkeit: Mutter Harms will sterben, und er ist der Laufbursche mit der Botschaft, aber ein Bote, der sich nicht gern schicken lässt. Besonders unangenehm ist das aber für Pastor Breithaupt, zu dessen Berufspflichten es gehört, die Gemeindemitglieder geistlich bei Ankunft wie bei Verlassen dieser Welt zu begleiten. Allerdings, der Pastor ist auch nur ein Landmann und ackert lieber, als dass er predigt. So stöhnt er: »Ausgerechnet bei solch herrlichem Pflugwetter musste Mutter Harms sterben.« Aber er kennt seine Kummerower, lauter Dickköpfe, die doch nicht machen, was man ihnen sagt, schon gar nicht, wenn es von der Kanzel kommt: »Bloß der Ärger mit den Heiden von Kummerow, tranken und spielten und tanzten und setzten uneheliche Kinder in die Welt, die Kirche war immer halb leer, mit den Abgaben knickerten sie und stänkerten, und ans Seelenheil dachten sie immer zuletzt. «Sein beharrlichster Kritiker ist jedoch Gottlieb Grambauer, Martins Vater, der weiß, so ein Pfaffe redet immer anders, als er handelt.
Und so schaut das ganze Dorf diesem Zweikampf der beiden ausgeprägten Charaktere zu. Wenn der Pfarrer über die Pharisäer redet, die dem Herrn Übles nachreden, so ist allen Zuhörern klar, damit kann nur Gottlieb Grambauer gemeint sein.
Umgekehrt schaut das ganze Dorf fasziniert zu, wie Grambauer ein selbst verfasstes Puppenspiel im Gasthof aufführt, mit einem Kaspar, der ein verdrehter Heiliger ist und auffallende Ähnlichkeit mit Pastor Breithaupt besitzt. Es scheint fast: Damals war einiges mehr los an Grundsatzdebatte auf dem Dorf als heute. Hans-Joachim Frank könnte das mit seiner Marathon-Aufführung ändern. Jedenfalls dann, wenn diesem ersten Teil der »Heiden von Kummerow« wie geplant die beiden anderen Teile folgen.
Es lohnt sich in jedem Falle, Welks »Heiden von Kummerow« wieder zu lesen. Als ein Dokument zivilen Ungehorsams auf der Grenze zur Feier der Anarchie! Mit welch hintergründigem Witz Welk sich seiner Kindheit erinnert; ein Kontrast zu der Zeit, als er dieses Buch – vor achtzig Jahren – schreibt, wie er nicht größer sein könnte. Denn die ersten Notizen zu »Die Heiden von Kummerow« macht er 1934 auf dem Weg ins KZ Oranienburg, wohin er auf Anordnung von Propagandaminister Joseph Goebbels gebracht wird, weil er in der in Berlin erscheinenden »Grünen Post«, deren Star-Autor er bis eben war, einen Leitartikel unter der Überschrift »Auf ein Wort, Herr Reichsminister!« veröffentlicht hatte: eine NS-Ideologiekritik mit ironischsten Untertönen. Die Folge ist das Verbot der »Grünen Post« und Ehm Welks Verhaftung. Eine Machtdemonstration.
Aus dem KZ wird er nach kurzer Zeit entlassen, bekommt jedoch als Journalist Schreibverbot und überlegt, wie er das überleben könnte. Schreibend? Das Publikationsverbot bezieht sich nicht auf unpolitische Bücher – und also, warum nicht jene Notizen über die Biesenbrower Kindheit zu einem Dorf-Buch der anderen Art machen, einem, das so gar nicht zur Blut-und-Boden-Verklärung der Nazis passt? Dass daraus ein Welterfolg werden würde, ahnt er nicht.
Also schafft er, in die innere Emigration versunken, eine Gegenwelt, die sich aus der Erinnerung speist. Ein Idyll ist Biesenbrow/Kummerow keineswegs, aber ein lebenswerter Ort inmitten der Natur. Schule, Gasthof, Kirche und ein fruchtbarer Acker, das prägte die Dorfwelt.
Aber beileibe nicht alle glaubten dasselbe! Die »Heiden« im Dorf stritten pausenlos, und trotzdem – oder gerade deshalb? – lebte man recht friedlich miteinander. Was für eine Botschaft im Jahre 1937 – und heute?

Und dies war auf Antenne Brandenburg über „DIE HEIDEN VON KUMMEROWzu hören:

HEIDEN VON KUMMEROW in der Berliner Zeitung am 14. Juni 2017

Das schrieb die Berliner Zeitung in der letzten Woche über die Probenzeit für DIE HEIDEN VON KUMMEROW

725-Jahr-Feier in Biesenbrow – Bewohner führen „Die Heiden von Kummerow“ auf

Von Stefan Strauß

 
Mutprobe im Bach wie im Roman: Die Kinder stehen im kalten Wasser und Regisseur Hans-Joachim Frank dirigiert sie.

Mutprobe im Bach wie im Roman: Die Kinder stehen im kalten Wasser und Regisseur Hans-Joachim Frank dirigiert sie. Foto: Thomas Lebie

Biesenbrow – Freitags wird geprobt. Seit zehn Monaten ist das ein fester Termin für die Dorfbewohner. Am Nachmittag kommen die Kinder in die alte Dorfschule. Jakob, Jeremy, Vincent und die anderen Jungen und Mädchen. Auch Kinder aus Flüchtlingsfamilien sind dabei. Alle sind aufgekratzt, sie reden laut und rennen wild umher.

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/27788864 ©2017

Hier geht es zum ganzen Artikel in der Berliner Zeitung

HEIDEN VON KUMMEROW im Berliner Kurier

Eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die schlechte für alle, die noch keine Karten für DIE HEIDEN VON KUMMEROW haben:

Wir sind 

Das ist die gute Nachricht für alle, die sich rechtzeitig ihre Karten gesichert haben. Es wird kuschelig werden in Biesenbrow am 24. Juni. Mehr unter TERMINE …

Und weiter geht’s in der Presseschau der Vorberichte zu unserem Dreijahres-Openair-Projekt. Diesmal ein Artikel aus dem Berliner Kurier:

Die neuen Heiden von Kummerow Ein Dorf wird zur Theaterbühne

 
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Der siebenjährige Jakob Frank (r), und sein Freund Elia, auf einem alten Traktor auf einem Bauernhof in Biesenbrow.

Foto: dpa

Brandenburg –

Kummerow ist Biesenbrow. Das klingt etwas komisch, aber für den Kult-Roman „DIE HEIDEN VON KUMMEROW“ und den gleichnamigen Film von 1967 gab es ein ganz reales Vorbild – das Dorf Biesenbrow in der Uckermark. Die Einwohner führen die Geschichte von Ehm Welk jetzt gemeinsam auf. Damit wird ihr Dorf zu einer riesigen Theaterbühne!

– Quelle: http://www.berliner-kurier.de/26934332 ©2017

Hier geht es zum ganzen Artikel im Berliner Kurier

HEIDEN VON KUMMEROW in der Berliner Zeitung

Biesenbrow –

Mit dem Theaterstück „Die Heiden von Kummerow” feiert das Uckermark-Dorf Biesenbrow im Juni sein 725-jähriges Bestehen. Etwa 30 Dorfbewohner führen gemeinsam mit dem Theater 89 am 24. Juni (10.00 Uhr) die ersten acht Kapitel des berühmtesten Romans von Schriftsteller Ehm Welk (1884-1966) auf. Gespielt wird an Originalschauplätzen. In den darauf folgenden zwei Jahren sind die Aufführungen der restlichen Kapitel des 1937 erschienenen Buches geplant. 

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/26929180 ©2017

Hier geht es zum ganzen Artikel in der Berliner Zeitung

HEIDEN VON KUMMEROW in der MOZ

DANIELA WINDOLFF 11.06.2017 06:34 UHR
RED. UCKERMARK,
SCHWEDT-RED@MOZ.DE

Die Heiden kommen

Biesenbrow (MOZ) Ein ganzes Dorf wird zur Bühne, wenn am 24. Juni das theater 89 in Biesenbrow zur Uraufführung des Open-Air-Spektakels DIE HEIDEN VON KUMMEROW einlädt. Zur 725-Jahrfeier des Geburtsortes von Ehm Welk spielen die Biesenbrower mit Profis selbst ihre eigene Geschichte.

Schweißarbeit: Eckhard Kolle aus Biesenbrow lernt bei Landwirt Eckhard Lehmann für das Theaterprojekt „Die Heiden von Kummerow“, wie man mit dem Pferd einen Acker pflügt. Er mimt als Laiendarsteller im Stück den Pastor Breithaupt. © MOZ

Sie spucken vom Kirchturm, mopsen des Pastors Butterstullen, buhlen um die Gunst der Mädchen mit einer verbotenen Mutprobe, schmieden Allianzen mit den Leuten aus dem Armenhaus und verehren den tagelöhnenden Kuhhirten Krischan Klammbüdel. Vor allem aber berühren sie seit Generationen die Herzen der Menschen …

Der ganze Artikel ist in der MOZ zu lesen